Wie kamen Sie zum Kabarett?

Erst habe ich Klavier studiert, dann Schauspiel, später kam noch eine Gesangsausbildung dazu. Vor ein paar Jahren hatte ich eine grosse Berufs-Krise. Aus Krisen entsteht ja oft etwas gutes Neues; etwas, das einem viel mehr entspricht als das, was sich aufgelöst hat. So war das bei mir. Und jetzt kann ich alle meine Talente gleichzeitig ausleben.

Was bedeuten Komik und Humor für Sie?

Humor ist für mich die Fähigkeit, von sich selbst absehen zu können. Komik kann Versöhnung mit der Tragik sein, dass das Leben eine wunderbare, aber leider tödliche Angelegenheit ist.

Schreiben Sie alles selber?

Ja. Bis auf wenige Ausnahmen sind Text und Musik immer von mir.

Schreiben Sie vor allem für Frauen?

Nein. Ich schreibe für Menschen. Wir kommen auf die Welt, wir verlassen sie eines Tags und in der Zwischenzeit treiben wir allerhand merkwürdiges Zeugs, um zu verdrängen, dass wir hier nicht ewig bleiben können. Davon handeln meine Programme. Also sind sie für Männer und Frauen (manchmal auch für Tiere und Ausserirdische).

Wie lange brauchen Sie für ein Soloprogramm?

Ungefähr Neun Monate. Ein Programm ist wie ein eigenes Lebewesen. Es braucht eine gewisse „Tragzeit“.

Nehmen sie sich eine bestimmte Zielgruppe vor?

Nein. Meine Zielgruppe ist ein Live-Publikum, eine zufällige Mischung von Menschen  verschiedenen Alters, beiderlei Geschlechts, unterschiedlichster Überzeugungen und Vorlieben etc. Die sitzen alle wegen mir im Zuschauerraum. Das allein finde ich schon mal eine tolle Voraussetzung.

Wie gehen Sie mit den Erwartungen Ihres Publikums um?

Ich freue mich jeden Abend auf mein Publikum. Meistens springt der Funke sofort hin und her, wenn nicht, dann passieren andere interessante Dinge mit mir und den Leuten. Im Idealfall beflügeln wir uns gegenseitig. Im schlimmsten Fall ist "tote Hose". Das ist wie in der Liebe. Bühnenkunst ist eine hocherotische Sache.

Ändern Sie Ihr Programm auch mal spontan?

Manchmal fliessen  spontan neue Gedanken mit ein oder Situationen, die mich inspirieren. Aber das Gerüst des Abends bleibt gleich. Da ich keine tagespolitischen Programme mache, sondern eher zeitlose Dinge das Thema sind, muss ich nicht ständig aktualisieren.

Haben Sie einen bestimmten Stil?

Über meine Stil habe ich mir nie Gedanken gemacht. Ich bin Schauspielerin, Pianistin, Sängerin und mir ist daran gelegen, mich am Abend mit allem, was ich habe, meinem Publikum zum Geschenk zu machen, zum „present“, - denn genau das bedeutet „Präsenz“.

Was ist für Sie Unterhaltung?

Unterhaltung bedeutet für mich emotionale Bewegung in alle Richtung. Das kann Lachen sein, genauso gut wie Weinen oder Innehalten.